Zinnfigurenbemalung

Anfängerkurs Teil 1

von Hans-Jörg Meyer

30.12.1998


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Vorwort


Dieses Dokument behandelt alle Themen, die abseits des eigentlichen Bemalens für das Erstellen einer fertigen Zinnfigur wichtig sind. Dazu gehören Entgraten, Lackieren, Arbeitsmaterial und ähnliches.

Inhaltsverzeichnis


Das benötigte Material


Den einen oder anderen mag der Umfang dieses Abschnittes erschrecken, allerdings sind viele Materialien für die Gestaltung der Basen vorgesehen, was man sich in dem einen oder anderen Fall ersparen kann.

Grundsätzliches über Figuren


Jetzt braucht niemand, der bereits Miniaturen hat, befürchten, daß er die falschen besitzt. Ich möchte nur ein paar Grundsätzlichkeiten von mir geben.

Farben, die man immer braucht

Heutzutage verwendet man fast aussschließlich Acrylfarben. Profis benutzen zwar auch noch etliche andere Arten von Farben, aber ihre speziellen Vorteile werden durch etliche Nachteile wieder ausgeglichen, während Acrylfarben fast nur Vorteile besitzen. Obwohl die Farben extrem günstig sind und aufgrund ihrer Langlebigkeit eigentlich keinen echten Kostenfaktor darstellen, möchte der Anfänger verständlicherweise nicht gleich DM 30.00 in Farben investieren, auf die Gefahr hin, daß er an dem Hobby doch nicht so große Freude hat und seine Farben ungenutzt bleiben. Deshalb habe ich probiert, die nötigsten Farben hier zusammenzustellen: Es wird oft daraufhingewiesen, daß es toll ist, wenn man mit wenigen Farben auskommt und sich die nötigen Farben mischt. Es spricht allerdings einiges dagegen oder zumindest nicht dafür:
Es gibt noch andere Typen von Farben, genannt Inks, Tinten, Glazes oder Washes. Sie sind für manche Dinge hilfreich, allerdings läßt sich ihre Wirkungsweise auch mit normalen Farben demonstrieren, weshalb wir für das Erste darauf verzichten.


Farben stellen im Grunde genommen keinen ernstzunehmenden Kostenfaktor da, weil sie auch dann noch jahrelang halten, wenn man sie regelmäßig umgibt oder ein paar Tage versehentlich offen stehen läßt. Ausnahme ist Weiß und in geringerem Maße Schwarz, weil davon viel beim Mischen und Grundieren verwendet wird. Nun gibt es im Bastelladen Acrylfarben auch unter dem Namen Künstlerfarben, die in 250ml Flaschen recht günstig verkauft werden. Grundsätzlich eignen diese Farben sich nicht sonderlich gut für das Bemalen von Zinnfiguren, aber: wer auch Gelände baut oder Fahrzeuge bemalt und dafür z.B. Grau mischen will, kann diese Künstlerfarben verwenden und sie dann nebenbei auch mit etwas Übung für das Grundieren und Mischen der Miniaturenfarben verwenden. Genauso habe ich eine Flasche Grün für mein Gelände, und damit kann ich auch die Standbasen meiner Figuren bemalen. Für alles, was auf den Figuren selber sichtbar bleibt, verwende ich aber weiterhin nur Spezialfarben.


Pinsel


Pinsel gibt es in verschiedenen Größen, wobei große Pinsel große Nummern und kleine Pinsel kleine Nummern tragen. Besonders kleine Pinsel tragen mehrmals die Ziffer Null.


Ich benutze für das Bemalen fast ausschließlich Marderhaarpinsel. Es gibt auch synthetische Pinsel, die billiger sind als Marderhaar und auch strapazierfähiger. Einige Leute weisen ihre höhere Steifigkeit als weiteren Vorteil aus, was ich allerdings nicht bestätigen kann - es ist wohl nur eine Frage der Gewöhnung. Was mich letztendlich von den Synthetik-Pinseln wieder abgebracht hat, ist ihre dumme Angewohnheit, recht schnell alle Borsten in eine Richtung zu biegen und einen kleinen Haken auszubilden. Für sehr kleine Details, die man auf ebenen Flächen aufbringen möchte, wie etwa Tätowierungen, kann die höhere Steifigkeit kleiner Synthetik-Pinsel von Vorteil sein, aber als Anfänger kann man sie ersteinmal ignorieren.


Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, daß man zum Zinnfigurenbemalen besonders kleine Pinsel benötigt. Tatsächlich spricht allerdings einiges gegen extrem kleine Pinsel:


Für Anfänger halte ich deshalb zwei Pinsel der Größen 1 und 2 für angemessen. Später kann man sich auch mal probeweise mit einem 0 beschäftigen. Kleinere Pinsel halte ich bei 25mm-Figuren für unsinnig.


Anfänger benötigen darüber hinaus noch mindestens einen billigen Pinsel ähnlicher Größe, um die Qualitätspinsel nicht mit den Spezialtechniken und dem Grundieren zu beanspruchen. Dieses ist eine einmalige Anschaffung; später wird man seine ausgelutschten, ehemals guten Pinsel hierfür verwenden.


Ein Anfänger sollte sich nicht unnötige Hürden in den Weg legen und mit einem schlechten Pinsel anfangen. Zur Not reicht auch ein neuer Pinsel, aber letztendlich werden Pinsel genauso verbraucht wie Papiertaschentücher oder Farbe.


Sonstige Materialien


Man braucht noch etlichen Krempel und Kleinkram, den man in den meisten Fällen allerdings schon im Hause haben sollte.

Arbeitsplatz
Als Arbeitsplatz eignet sich ein Schreibtisch, an dem man entspannt längere Zeit arbeiten kann. Das Licht sollte vorteilhafterweise von vorne einfallen, damit man mit seinen Händen nicht einen Schatten auf die Figur wirft. Eine Unterlage gegen Farbkleckse gehört natürlich auch dazu. Da es keine Fleckenfänger mit 100% Wirkungsgrad gibt, sollte man nicht unbedingt die besten Möbel verwenden. Tageslicht wird zwar immer als wichtig angesehen; es dürfte den meisten Menschen aber recht schwer fallen, abends nach Feierabend noch irgendwo geeignetes Tageslicht zu finden, es sei denn, man beschränkt seine Maltätigkeiten auf die Sommermonate.
Palette
Irgendwo muß man gelegentlich Farben mischen. Das geht auf normalem Drucker- oder Kopierpapier (natürlich nur Fehldrucke oder unwichtige Briefe) sehr gut. Im Gegensatz zu dem oft empfohlenen Plastik hat es den Vorteil, daß es langsam die Flüssigkeit aufsaugt und man nur warten braucht, wenn einem eine Farbe mal zu dünn geworden ist. Außerdem braucht man hinterher nichts saubermachen, sondern kann das Blatt einfach wegschmeißen.
Wasserreservouar
Einen Wassertopf braucht man auch, und der darf nicht zu klein sein. Ein anständiges Marmeladenglas eignet sich gut.
Trockentücher
Bevor man mit einem Pinsel in den Topf langt, sollte er abgetrocknet werden. Dafür benutze ich Papiertaschentücher. Ähnliche Materialien eignen sich ebenso, allerdings ist manchmal eine weiße Farbe von Vorteil.
Bastelmesser
Zum Entgraten der Figur braucht man noch ein Messer. Da Entgraten mehr ein Schaben als ein Schneiden ist, reicht da jedes stumpfe Taschenmesser. Allerdings ist die Anschaffung eines Bastelmessers sicherlich keine Fehlinvestition, da man es gewiß irgendwo sinnvoll einsetzen kann, vor allem, wenn man viel mit Kunststofffiguren arbeitet.
Klebstoffe
Entsprechend der Verbindungen, die man zwischen diversen Materialien schaffen möchte, braucht man verschiedene Kleber. Man sollte sich im klaren sein, daß in diesem Bereich nicht alle Kleber halten, was sie versprechen und daß Experimente nötig werden können.

Für die Figur an sich wäre das alles, aber oft möchte man die Standfläche der Figur noch besonders ausschmücken oder in ihren Ausmaßen verändern. Dafür benötigt man dann noch einiges mehr.
Kleber
Da man hierbei große, ebene Flächen verklebt, reicht ein kraftvoller Universalkleber für Kunststoffe, der auch zufriedenstellend Zinnfiguren auf Blech klebt.
Substrat
Womit man seine Basen letztendlich schmückt, ist jedem selbst überlassen. Ich nehme für die normalen Spielfiguren feinen Quarzsand aus dem Aquarienfachgeschäft. Inwieweit sich auch Modelbaustreu oder andere Sachen eignen, kann ich nicht sagen.
Leim
Um das Substrat auf die Base zu kleben, benutze ich Holzleim. Ich nehme zwar immer schnelltrocknenden, aber normaler Holzleim wird kaum schlechter sein.
Modelliermasse
Viele Figuren werden mit einer rechteckigen Kunstoffbasis geliefert, Klebt man die Figur dort fest, bleiben nicht selten Löcher oder Schlitze für alternative Ausrichtungen offen. Diese Schlitze sollte man mit etwas billiger, lufttrocknender Modelliermasse schließen. Die Qualität dieser Modelliermasse ist wirklich egal, aber es wäre ärgerlich, wenn eine perfekt bemalte Figur auf einer durchlöcherten Basis steht, weil mit dem Trocknen der Holzleim geschrumpft und aufgerissen ist.
Basenmaterial
Wenn man Wert auf rechteckige Basen legt, weil man seine Figuren bei einem Tabletop verwenden möchte, kann man natürlich auch Basen an anderen Figuren anbringen, Ich nehme dafür etwa 2mm starkes Holz oder Blech, oder auch Reste von Platinen, wenn ich besonders langzeitstabile Ergebnisse haben möchte, in den meisten Fällen nehme ich einfache Bierdeckel, weil sie durch ihre rauhe Oberfläche gut verklebt werden können und auch am einfachsten zu bearbeiten sind.
Sonstiges Werkezug
Je nachdem, wie weit man in die Bearbeitung der Basen einsteigen will, braucht man auch noch entsprechendes Werkzeug, um die gewählten Materialen zu bearbeiten, also Laubsäge, Metallsäge, Feilen, Seitenschneider und solche Dinge.
Wenn man eine Figur bemalt hat, sollte man sie eigentlich lackieren. Zum einen stößt und rubbelt man im Spielbetrieb schon mal an der Farbe und der allgegenwärtige Handschweiß ist auch nicht ganz harmlos, zum anderen liegen gewisse Farbanteile nur als lockerer Staub auf der Figur und verschwinden im Laufe der Zeit auch bei reinen Schaukasten-Modellen. Auf Lacke wird im entsprechenden Abschnitt ausführlich eingegangen.

Die Vorbereitung der Figur


Die vorbereitenden Tätigkeiten sind nicht besonders kompliziert und bedürfen keiner überdurschnittlichen Fingerfertigkeit. Gerade deshalb sollte man sie mit besonderer Sorgfalt durchführen, denn nichts ist ärgerlicher als wenn man beim Bemalen plötzlich noch Gußgrat findet, da man beim Entfernen meist die bisherige Farbe zerstört und dann die Stelle auch noch Grundieren muß.

Das Entgraten der Figurenteile


Zuerst - noch bevor man eventuelle Jump-Packs oder Schilde anklebt - muß man fast jede Figur entgraten. Ein Grat ist ein Rest von Metall oder Kunststoff, der beim Guß der Figur entsteht. Zum einen gibt es eine dünne Naht einmal ganz um die Figur herum, wo das flüssige Material ein wenig zwischen die Formhälften gequollen ist. Wenn die Formen nicht exakt aufeinanderliegen, wird diese Naht auch leicht mal zu einer Stufe, die besonders ärgerlich ist, wenn sie über einen Helm oder eine andere ebene Fläche läuft. Zum anderen gibt es noch Zipfel an den Stellen, wo sich in der Form die Entlüftungskanäle befinden, meistens an erhabenen Stellen: Spitzen von Helmen, Speeren, Schwertern, Schuhen, etc.


Die Gußgrate müssen unbedingt sorgfältig entfernt werden, denn ihre scharfen Kanten werden durch bestimmte Maltechniken stark betont. Das meiste läßt sich schnell mit einem Bastelmesser abschaben, teilweise kann auch eine feine Feile hilfreich sein.

Zusammenfügen der Einzelteile

Nun kann man Figuren, die aus Einzelteilen bestehen, zusammenkleben. Dabei ist wichtig, daß man die Oberflächenstrukturen der Miniatur nicht zukleistert. Die Wahl des richtigen Klebstoffes ist eine Wissenschaft für sich; Sekundenkleber leistet zumindest nicht immer das, was man sich erhofft.


Nach dem Zusammenkleben sollte man nocheinmal prüfen, ob man irgendwo vielleicht Fäden von Plastikkleber entfernen kann. Wenn die Figur scheinbar sauber ist, geht es weiter mit den Basen.

Die Basen der Figuren


Die Basen unterscheiden sich je nach Hersteller deutlich und müssen auch unterschiedliche Ansprüche erfüllen, deshalb gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie man mit seinen Figuren weiter verfährt:


Ergebnis ist, daß eine Figur nicht ihr Leben lang auf einer grünen Münze stehen muß, daß Figuren von Fremdherstellern für Tapletops geeignet werden oder daß man seine Figur einfach besser auf einem Griff befestigen kann, um sie beim Bemalen besser halten zu können.


Danach kleistere ich die Basis mit Holzleim ein und bestreue sie mit Quarzsand, um eine Rasenfläche darzustellen. Man kann natürlich auch noch kleine Steinchen oder Äste dazukleben - je nachdem, ob es sich um einen einfachen Soldaten für ein Spiel oder um ein Ausstellungsstück handelt.


In der Literatur wird dieser Arbeitsgang immer erst nach dem Bemalen der Figur getätigt, was ich mir allerdings schnell abgewöhnt habe, weil die Füße der eigentlich fertigen Figur beim Bemalen des Rasens häufig ebenfalls grün wurden oder Leimflecken Ärger machten. Außerdem kann ich die Figur nach dem Bemalen gleich auf ihrem Sockel lassen und Lackieren.

Achtung! Die umgekehrte Reihenfolge - also erst die Figur bemalen, und dann das Substrat für die Basis aufkleben - macht natürlich auch Sinn. Ich bevorzuge es, meine Basen mit schlichtem Sand zu bestreuen und das alles dick zu lackieren, damit ich solide Spielfiguren habe, bei denen beim Transport nichts abbröselt. Wer aber mehr Wert auf die Optik legt und zum Beispiel Modelbaustreu benutzt, wird diesen kaum lackieren wollen, weil er dann ziemlich häßlich wird. Entsprechend würde man dann natürlich erst die Figur lackieren und dann die Basis behandeln.

Handhabung der Figur beim Bemalen


Figuren sollte man nach Möglichkeit nie mit den Fingern anfassen müssen. Ich klebe meine Figuren mit einem zu einer Schlaufe gelegten Kreppband auf einen leeren Farbtopf. Je nach Größe der eigenen Hände sollte man sich etwas rundes suchen, was man gut in der Hand halten kann. Doppelseitiges Klebeband wäre natürlich weitaus professioneller.

Grundieren


Das Grundieren hat zweierlei Bedeutung; zum einen bilden die vielen kleinen Farbpartikel eine Oberfläche, an der sich viele Farben, besonders metallene, besser festsetzen können, als an dem Ursprungsmaterial. Vor allem bei Kunststoff ist das sehr wichtig. Zum anderen braucht man einen neutralen Hintergrund für die Farben, die nicht völlig deckend sind, und je nach Untergrund anders wirken.


Zum Grundieren nimmt man einen billigen Pinsel, nimmt etwas Weiß auf und testet auf der Palette, ob sie nicht so dick ist, daß sie Strukturen verkleben könnte, dann muß die Farbe noch etwas verdünnt werden. Das tut man natürlich auf der Palette und nicht in den Farbtöpfen. Wer diese Entscheidung nicht fällen mag, kann auch auf der Miniatur an einer kritischen Stelle (Kettenhemd, Haare) einen Farbauftrag versuchen. Wenn die Details verschwinden, einfach mit einem gut gewässerten Pinsel die Stelle freischrubben. Die Figur muß beim nächsten Versuch wieder schön trocken sein, denn ist die Farbe zu dünnflüssig, dann sammeln sich die weißen Farbpartikel in den Vertiefungen. Neue Farbe ist selten zu dünnflüssig, aber sollte es der Fall sein, brauchten man sie nur einen Moment auf der Papierpalette zwischenlagern, bis sie eine praktikable Dichte hat. Die Base wird übrigens auch grundiert und im folgenden genauso behandelt wie die Figur selbst, sofern deren Gestaltung wie von mir vorgeschlagen bereits geschehen ist.


Eine Figur sollte allerdings auch nicht unter einer Schicht weißer Farbe verschwinden! Wenn die grundierte Figur aussieht wie ein Schneemann, dann sind zweifellos irgendwelche Details verklebt.


Nun sollte die Figur trocken. Nach spätestens einer Stunde ist die Grundierung trocken. Dann muß man bei Kunststofffiguren überprüfen, ob die Farbschicht beim Trocknen nicht aufgeplatzt ist, dann muß sie an diesen Stellen erneuert werden.


In wenigen Fällen grundiert man mit Schwarz. Einer dieser Fälle wäre z.B. ein Ritter in Vollrüstung mit heruntergeklappten Visier. Metallflächen werden schwarz grundiert, aber im allgemeinen ist es am einfachsten, ersteinmal alles komplett weiß zu machen.


Ist die Figur fertig grundiert, kann man mit dem eigentlichen Bemalen beginnen, wie es im zweiten Teil dieser Anleitung beschrieben wird. Das Grundieren kann man später gut beim Bemalen machen, wenn man bei anderen Figuren auf das Trocknen der Farbe wartet.


Abschlußarbeiten


Eines der schwierigstens Dinge für einen Anfänger ist es, zu entscheiden, ob eine Figur nun fertig bemalt ist. Prinzipiell sollte man sich ruhig mit einem guten Ergebnis zufriedengeben und eine neue Figur beginnen. Es ist nämlich furchtbar ärgerlich, wenn man ein gelungenes Gesicht verdirbt, weil man noch irgendeinen Schatten unter das linke Ohr malen wollte und dabei leider abgerutscht ist. Man wird bei den Figuren wohl oder übel die wachsende Erfahrung erkennen können, was an sich ja auch nichts negatives ist. Meine Erstlingswerke sehen auch ziemlich primitiv gegenüber meinen jetzigen Figuren aus, aber richtig schlecht, so daß ich sie am liebsten noch einmal Übermalen würde, sind sie auch nicht.


Da die Basis, eigentlich eine klassische Abschlußarbeit, bereits fertig ist, bleibt nur noch eins, nämlich das Lackieren.

Das Lackieren

Grundsätzlich sollte man alle Figuren lackieren. Spielfiguren benötigen sowieso einen Schutz gegen Handschweiß und Stoßschäden, die beim Transport leicht auftreten können, aber auch reine Ausstellungsstücke sollten lackiert werden, weil sonst die Farbpigmente, die beim Trockenbürsten aufgetragen wurden, nach und nach verschwinden.


Traditionell heißt es, daß man Spielfiguren mit Klarlack lackieren soll, weil er widerstandsfähiger ist als Mattlack, welcher aber hübscher anzuschauen ist und deshalb für Ausstellungsstücke besser geeignet ist. Wer sich an dem Klarlack extrem störte, konnte über diesen noch eine weitere Schicht Mattlack auftragen.


Hintergrund dieser Überlegungen ist, daß Klarlack auf Lösungsmittelbasis wasserfest ist, während Mattlack auf Wasserbasis vom Handschweiß wieder abgetragen wird. Heutzutage gibt es allerdings auch Mattlack auf Lösungsmittelbasis, weshalb sich das Thema eigentlich erledigt hat. Allerdings kann man auch den Klarlack noch gut gebrauchen.


Metalloberflächen oder Schleimschichten von Monstern kann man mit Klarlack eine glänzende Oberfläche verpassen. Je nach Umfang der Metallteile kann man entweder erst die ganze Figur matt lackieren, und dann die Metallteile nacharbeiten, oder aber umgekehrt. Es ist wichtig, daß die erste Lackschicht vorher wirklich trocken ist, sonst funktioniert der Effekt nicht richtig. Damit der Mattlack auch einen wirklich matten Eindruck hinterläßt, darf er nur sehr dünn aufgetragen werden. Ist der Lack nach den meist angegebenen 10-15 Minuten noch nicht trocken, hat man wahrscheinlich zu dick aufgetragen. Wer sich an einer glänzenden Oberfläche allerdings nicht stört, kann mit einer richtig dicken Lackschicht auch noch einige Klebestellen unterstützen.
Ende