BENÖTIGTE MATERIALIEN

Außer einem sauberen und hellen Arbeitsplatz benötigen Sie die folgenden Materialien:
  • ein scharfes Bastelmesser und zwei oder drei kleine Feilen zum Entfernen der an den Miniaturen auftretenden Gußgrate.

  • Zwei-Komponenten Metallkleber oder Sekundenkleber zum Zusammenbau mehrteiliger Miniaturen, wie zum Beispiel Reitern, Drachen, Streitwagen oder Geschützen.

  • Metallgrundierung zum Auftragen mit dem Pinsel oder aus der Sprühdose (Auto-Haftgrund weiß oder hellgrau aus dem Baumarkt).

  • je einen guten (spitzen) Pinsel der Größen 0, 1 und 2, sowie zwei oder drei preiswerte oder alte Pinsel zum Auftragen der Grundierung und zum Trockenbemalen. Wir empfehlen entweder Rotmarderhaarpinsel oder solche aus Nylon, die etwas preiswerter sind. Völlig unbrauchbar sind billige Schulmalpinsel oder ähnliches, mit denen Sie niemals feine Details malen können, und die außerdem nach kurzer Zeit ihre Haare verlieren.

  • einen Satz Acrylfarben in den Farbtönen Schwarz, Weiß, Rot, Gelb, Blau, Grün und Braun. Mit diesen Farben lassen sich so ziemlich alle Farbtöne mischen. Je nachdem, wieviel Arbeit Sie sich hierbei ersparen wollen, kann der Kauf weiterer Farbtöne angeraten sein.

  • Metallfarben (mindestens) in den Tönen Schwarzsilber und Silber. Auch diese sind als Acrylfarben erhältlich; ggfs. sollten Sie auch noch zu Bronze-, Kupfer- und Goldtönen greifen.

  • ein Gefäß mit Wasser und eine Mischpalette.

  • einen matten oder glänzenden, farblosen Überzugslack zum Auftragen mit dem Pinsel oder aus der Sprühdose. Matte Lacke sehen besser aus, sind aber nicht so haltbar wie glänzende.
VORBEREITUNG DER MINIATUREN

Als erstes sollten Sie mit Hilfe des Messers und der Feilen eventuelle Zinnreste entfernen und die feinen Gußgrate, die sich aufgrund des Herstellungsprozesses an den Miniaturen befinden, glattfeilen. Gehen Sie dabei vorsichtig zu Werke, damit Sie keines der zahlreichen Details entfernen, und führen Sie Schnitte mit dem Messer immer nur vom Körper weg aus!

Figuren, die aus mehreren Teilen bestehen, müssen nun mit den oben genannten Klebstoffen zusammengesetzt werden; anschließend sollten diese mehrere Stunden zum Aushärten des Klebers beiseitegestellt werden.

Werden größere Teile miteinander verklebt, zum Beispiel ein Drachenkörper mit den Flügeln, sollte dieses immer mit Zwei-Komponenten-Kleber geschehen, der zwar länger zum Aushärten benötigt, aber auch für einen stärkere Verbindung sorgt. Bei wirklich großen Teilen und kleinen Verbindungsflächen können Sie vor der Verklebung auch mit einem kleinen Bohrer passende Löcher in beide Teile bohren und diese dann mit etwas Kupferdraht verstiften.

Damit Sie die Miniaturen beim Grundieren und Bemalen nicht direkt mit den Fingern festhalten müssen und dabei eventuell auf soeben bemalte Flächen fassen, kleben Sie diese mit doppelseitig haftendem Klebeband (Teppich-Klebeband) auf geeignete Halter, die Sie nach Fertigstellung der Figur problemlos wieder entfernen können. Hierzu eignen sich kleine Holzblöcke, Dosen oder auch Korken, die Sie in Bastelläden erhalten können.

Wenn Sie, was empfehlenswert ist, mehrere Miniaturen gleichzeitig bemalen, sollten Sie diese mit Teppich-Klebeband auf kleinen Holzleisten fixieren. Es ist NICHT zu empfehlen, die Miniaturen jetzt schon auf die Plastikbasen zu kleben, da Flächen auf der 'Basen-Innenseite' der Miniaturen dann für die Bemalung nicht mehr zugänglich sind.

Da die Farbe auf dem blanken Metall nicht ausreichend haften würde, müssen Sie die Miniaturen grundieren, also eine entsprechende matte Metallgrundierung entweder mit einem alten Pinsel oder aus der Sprühdose auftragen. Hierbei gilt der Grundsatz: Lieber zwei- oder dreimal dünn auftragen und zwischendurch trocknen lassen als einmal zu dick! Sorgen Sie bei Verwendung einer Sprühgrundierung für ausreichende Belüftung, damit die austretenden Lösungsmittel verdunsten können und nicht von Ihnen eingeatmet werden. Je nach Grundierung sollten Sie die Miniatur nun 12 bis 24 Stunden trocknen lassen. Um nicht zu lange auf das Bemalen Ihrer Miniaturen warten zu müssen, empfehlen wir, mehrere Figuren (zum Beispiel eine ganze Einheit) gleichzeitig vorzubereiten.

BEMALUNG

Unabhängig von der Farbgebung, die Sie gewählt haben, sollten Sie beim Malen die folgende Reihenfolge einhalten:
  1. Zunächst bemalen Sie alle Flächen in den entsprechenden Farbtönen, wobei auch hier ein mehrmaliges dünnes Auftragen einem einmaligen dicken Farbüberzug vorzuziehen ist.

  2. Nun bemalen Sie alle Vertiefungen in der Kleidung, die sogenannten Schatten, in einem etwas dunkleren Ton.

  3. Anschließend werden alle erhabenen Teile der Kleidung, die sogenannten Lichter, in einem helleren als dem ursprünglichen Farbton bemalt.

    Diese Art der Bemalung verstärkt die plastische Wirkung der Miniatur. Beim Mischen der dunkleren und hellen Farbtöne der jeweiligen Grundfarbe sollten Sie darauf achten, nicht nur Weiß oder Schwarz zu verwenden, sondern die Grundfarben mit den ihnen entsprechenden Aufhellungs- oder Abdunklungsfarben zu kombinieren. Ein Grün zum Beispiel läßt sich mit einem hellen Maigrün und/oder Gelb oder Weiß aufhellen.

  4. Wenn alle Flächen mit der oben beschriebenen Methode bemalt worden sind, können Sie nun darangehen, die Einzelheiten und Details farblich zu gestalten. Die DEMONWORLD Armeenbücher enthalten Hinweise zu Wappen, Bannern, Schilden und zur vorgeschlagenen Farbgebung bestimmter Miniaturen.
Wir stellen Ihnen im folgenden vier Beispiele verschiedener Bemaltechniken vor.
BEMALUNG SCHRITT 1 bis 4
Der Ork-Standartenträger verdeutlicht die oben beschriebene Bemalreihenfolge. Die Miniatur wurde zunächt weiß grundiert (Schritt 1); nach dem Trocknen der Grundierung wurden die einzelnen Farbflächen angelegt (Schritt 2).

In Schritt 3 wurden die Schatten der Miniatur mit entsprechend abgetönten Grundfarben aufgemalt.

Schritt 4 schließlich zeigt, wie Lichter und Details der Figur hervorgehoben wurden. Zum Abschluß wurde noch das passende DEMONWORLD Abziehbild auf der Standarte aufgebracht.
BEMALUNG SCHRITT 1 bis 3
Der Krieger des Ordens vom Reinigenden Licht ist mit den vielen Rüstungsteilen ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man sich die Bemalung einer Figur durch eine farblich passende Grundierung erleichtern kann. Nachdem die Figur mit Schwarz grundiert wurde (Schritt 1), müssen Sie die Rüstungsteile lediglich mit einer Mischung aus Silber und Schwarz (Metallfarbe Schwarzsilber) 'trockenbemalen' (Schritt 2). Geben Sie hierzu ein wenig Schwarzsilber auf den Pinsel und wischen diesen an einem trockenen Tuch solange ab, bis fast keine Farbe mehr am Pinsel ist. 'Bürsten' Sie nun mit dem Pinsel ganz leicht quer zu den erhabenen Teile über die Miniatur, so daß sich dort feine Farbspuren zeigen. Wiederholen Sie den Vorgang solange, bis der gewünschte Effekt erreicht ist. In Schritt 3 werden die Schuhe, Handschuhe und andere Details bemalt, das Schwarzsilber mit Silber aufgehellt, und die Figur ist fertig.
BEMALUNG SCHRITT 1 bis 4
Beim Anführer der Ork-Garde wurde eine andere Art der Metallbemalung angewandt. Die Metallfläche wird zunächst mit Silber bemalt und anschließend mit einem schwarzen oder dunkelbraunen 'Wash' versehen. Ein 'Wash' ist ein dünner und fast transparenter Farbüberzug, der aufgrund seiner Dünnflüssigkeit von selbst in die entsprechenden Vertiefungen der Miniatur läuft und dort trocknet.

Dabei muß darauf geachtet werden, daß nicht zuviel Farbe in den Vertiefungen stehenbleibt. Daher sollte man auch hier lieber zwei oder drei dünne Überzüge einem zu pastösen Farbauftrag vorziehen.

Besonders geeignet für diese Methode sind neben verdünnten Acrylfarben sogenannte 'Inks', die bei uns unter den Bezeichnungen Farbtinten, Lasurfarben oder Farbtuschen erhältlich sind. Diese Farben trocknen etwas langsamer als Acrylfarben, sind aber danach ebenso wasserfest und können übermalt werden.

Auf diese Weise erhalten Sie einen etwas älteren, 'rostigeren' Metallton. Die Hautfarbe des Orks ist übrigens Grün, welches mit einem dunkelgrünen Wash (herzustellen aus einer Mischung aus Schwarz, Grün und sehr viel Wasser) überzogen wurde. Die Lichter wurden dann in zwei Schritten aufgemalt: erstens mit einem hellen Mai- oder Permanentgrün, und zweitens mit einer Mischung aus der letzteren Farbe und Weiß, um die höchsten Erhebungen, wie Nase, Wangenknochen, Mund und Fingerknöchel, zu akzentuieren.
BEMALUNG SCHRITT 1 bis 4
Der Tiermensch der Eisfürsten von Isthak wurde mit Weiß grundiert (Schritt 1) und anschließend mit den Grundfarben überzogen (Schritt 2). Das Fell und auch die übrigen Farbflächen wurden dann mit einer dunkleren Abmischung der Grundfarbe, zum Beispiel Blau mit einem dunkeren Ultramarin, 'gewasht' oder 'ge-inkt' (Schritt 3). Die Struktur des Felles wurde durch Trockenbemalen mit einer Mischung aus Blau und Weiß hervorgehoben (Schritt 4). Die Hufe sind mit einem ins Braun verlaufenden, schmutzigen Weiß bemalt. Diese Farbgebung kann auch für Hörner und (mit einem kleinen Tupfer Gelb als Beimischung) Zähne verwendet werden.


ABZIEHBILDER

DEMONWORLD Abziehbilder als Wappen für Schilde oder Darstellungen für Banner oder Fahnen sind von HOBBY PRODUCTS erhältlich.

Ein Bogen mit Abziehbildern enthält eine Vielzahl einzelner Motive in verschiedenen Farben, und um bessere Kontraste zu erzielen, sollten dunkler gehaltene Abziehbilder auf einem hellen Untergrund positioniert werden, und umgekehrt - daß die Farben, auf denen ein Abziehbild positioniert werden soll, vollständig getrocknet sein müssen, versteht sich von selbst!

Wenn Sie Abziehbilder verwenden, schneiden Sie das aufzubringende Motiv zunächst mit einem scharfen Bastelmesser oder einer feinen Schere sauber aus dem Bogen aus. Vergewissern Sie sich, daß dieses auch an die vorgesehene Stelle paßt, und legen Sie das Abziehbild in ein Schälchen mit Wasser - 10 bis 30 Sekunden sollten ausreichend sein, denn das Motiv soll nur auf dem Trägerpapier verschiebbar sein und sich nicht von diesem lösen. Befeuchten Sie die Stelle der Miniatur, an der das Abziehbild aufgebracht werden soll, ein wenig mit Wasser, und halten Sie das Abziehbild nach dem Anfeuchten, am besten mit einer Pinzette, an die Miniatur. Das Abziehbild wird nun, zum Beispiel mit einem Pinsel, an die passende Stelle der Miniatur geschoben - wenn Sie das Motiv vollständig vom Trägerpapier abheben, faltet sich dieses nur zusammen, und kann nicht mehr positioniert werden.

Ist das Abziehbild an der richtigen Stelle, kann das überschüssige Wasser an der Miniatur abgetupft werden; sollte das Motiv bereits vorher antrocknen, kann dieses wieder angefeuchtet werden, um es erneut anzulösen. Stellen Sie die Miniatur danach zur Seite, bis das Abziehbild vollständig angetrocknet ist.

Abziehbilder können am einfachsten auf geraden oder gerundeten Flächen aufgebracht werden. Wenn Sie größere Abziehbilder auf gewölbten Flächen positionieren wollen, bildet der Trägerfilm meist unerwünschte Falten. Wir raten von dieser Vorgehensweise ab, aber wenn dieses doch einmal unvermeidlich sein sollte, können Sie das Abziehbild entweder, wenn es fast trocken ist, mit einem Pinsel noch einmal andrücken, oder die Falten nach dem vollständigen Trocknen mit einem scharfen Messer aufschneiden, das Motiv wieder anfeuchten, und diese dann 'überlappend' andrücken (was aber das aufgedruckte Motiv oftmals zerstört).


LACKIERUNG

Wenn Sie mit der Bemalung der Miniaturen und dem Aufbringen eventueller Abziehbilder fertig sind, empfiehlt es sich, die Resultate Ihrer Arbeit durch eine Schutzlackierung dauerhaft zu erhalten; anderenfalls würde nämlich die aufgemalte Farbe abblättern und Ihre Mühen wären umsonst gewesen.

Die meisten Spieler ziehen eine matte Lackierung, die realistischer wirkt, einer glänzenden, die aufgrund der Lackqualität einfach dauerhafter und härter ist, vor. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, nur bietet eine matte Lackierung bei häufigem Gebrauch der Miniaturen einfach zu wenig Schutz.

Deshalb empfehlen wir, beide Methoden miteinander zu kombinieren. Überziehen Sie also die fertig bemalten Miniaturen mit einem Qualitäts-Hochglanzlack aus der Sprühdose oder mit dem Pinsel, und lassen Sie diese Schicht mindestens 24 Stunden gut durchtrocknen. Danach wiederholen Sie den Vorgang mit einem dünnen Mattlack-Überzug und lassen auch diesen etwa 24 Stunden trocknen.